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③ Daten auswerten Klasse 9 ​

Daten zu speichern ist nur der Anfang. Spannend wird es, wenn wir aus ihnen Informationen gewinnen: Wie viel lesen die Klassen? Welche Bücher sind beliebt? Werden es mehr oder weniger Ausleihen?

Kennzahlen ​

KennzahlBedeutungSQL
AnzahlWie viele?COUNT(*)
SummeWie viel insgesamt?SUM(seiten)
MittelwertDurchschnittAVG(seiten)
Minimum / Maximumkleinster / größter WertMIN(jahr), MAX(jahr)
Mediander mittlere Wert, wenn man alle sortiert(in Tabellenkalkulation: MEDIAN)

Mittelwert oder Median?

Taschengeld in einer Gruppe: 10 €, 12 €, 15 €, 15 €, 200 €. Der Mittelwert ist 50,40 €, der Median 15 €. Ein einzelner Ausreißer verzerrt den Mittelwert stark.

Gruppieren heißt, Kennzahlen pro Gruppe zu berechnen, z. B. Ausleihen pro Klasse (→ GROUP BY in SQL).

Daten visualisieren ​

Diagrammgeeignet fürBeispiel
BalkendiagrammKategorien vergleichenAusleihen pro Klasse
LiniendiagrammEntwicklung über die ZeitAusleihen pro Monat
KreisdiagrammAnteile eines Ganzen (wenige Kategorien!)Anteil der Genres am Bestand
StreudiagrammZusammenhang zweier GrößenSeitenzahl ↔ Ausleihdauer

Diagramme können täuschen

Eine y-Achse, die nicht bei 0 beginnt, lässt kleine Unterschiede riesig wirken. Prüfe bei jedem Diagramm Achsen, Einheiten und Quelle.

Korrelation ist nicht Kausalität ​

Die Bibliothek stellt fest: Klassen mit mehr Ausleihen haben bessere Deutschnoten. Machen Bücher bessere Noten? Vielleicht. Vielleicht haben diese Klassen aber auch eine Lehrkraft, die Lesen fördert und gut unterrichtet.

Merke

Daten zeigen, dass zwei Dinge gemeinsam auftreten (Korrelation). Ob das eine das andere verursacht (Kausalität), lässt sich daraus allein nicht ablesen.

Vorhersagen ​

Aus vergangenen Daten lassen sich Vorhersagen ableiten: Im September werden viele Bücher ausgeliehen, also bestellen wir im August nach. Wie Computer solche Muster selbstständig finden, lernst du im Kapitel Maschinelles Lernen.

Datenquellen beurteilen Lk ​

Auswertungen sind nur so gut wie die Daten. Prüfe auf Bias (Verzerrung):

  • Selbstauskünfte: Geben Menschen ehrlich an, wie viel sie lesen oder am Handy sind?
  • Repräsentativität: Wurden nur die befragt, die ohnehin in die Bibliothek kommen?
  • Fehlende Gruppen: Wer taucht in den Daten gar nicht auf?
  • Urheber: Wer hat die Daten erhoben, und mit welchem Interesse?

Aufgabe ​

Erhebt in eurer Klasse anonym, wie viele Bücher jede:r im letzten Jahr gelesen hat. Berechnet Mittelwert und Median, erstellt ein passendes Diagramm und diskutiert: Ist das Ergebnis repräsentativ für die ganze Schule?