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Routing Oberstufe ​

Merke: Routing

Routing bedeutet, für ein Datenpaket einen Weg vom Absender- zum Zielnetz zu finden. Das erledigen Router (in Filius: Vermittlungsrechner). Sie verbinden verschiedene Netze und entscheiden bei jedem Paket, wohin es als Nächstes geht.

Voraussetzung: Du weißt, wie man mit der Subnetzmaske den Netzwerkanteil einer Adresse bestimmt.

Schnittstelle und Gateway ​

BegriffBedeutung
Schnittstelle (Interface)der eigene Ausgang des Routers: eine Netzwerkkarte mit eigener IP-Adresse, über die das Paket physisch losgeschickt wird
Gatewayder nächste Router („nächster Hop“), an den das Paket übergeben wird, wenn das Ziel nicht direkt erreichbar ist

Die Routingtabelle ​

Jeder Router besitzt eine Routingtabelle. Jede Zeile sagt: „Pakete für dieses Zielnetz schicke über diese Schnittstelle an dieses Gateway.“

ZielSubnetzmaskeSchnittstelleGateway
192.168.0.0255.255.255.0192.168.0.1192.168.0.1
172.16.0.0255.255.0.0172.16.0.1172.16.0.1
10.0.0.0255.0.0.0172.16.0.1172.16.0.2
0.0.0.00.0.0.0172.16.0.1172.16.0.2
  • In den ersten beiden Zeilen ist das Gateway die eigene Schnittstelle: Die Netze hängen direkt am Router.
  • Zeile 3: Das Netz 10.0.0.0/8 ist nur über den Nachbarrouter 172.16.0.2 erreichbar.
  • Zeile 4 ist die Standardroute (default route): „alles andere“ geht an 172.16.0.2.

Welche Zeile gilt? Longest Prefix Match ​

Ein Ziel kann zu mehreren Einträgen passen. Beispiel: Ziel 192.168.10.25.

Eintragpasst?
192.168.10.0 /24✅ (24 Bit stimmen überein)
192.168.0.0 /16✅ (16 Bit)
192.0.0.0 /8✅ (8 Bit)
0.0.0.0 /0✅ (passt immer)

Merke: Longest Prefix Match

Passen mehrere Einträge, nimmt der Router den genauesten, also den mit dem längsten Präfix (den meisten Einsen in der Maske). Hier: /24.

Ablauf für jedes Paket:

  1. Ziel-IP mit jeder Zeile vergleichen (Ziel-IP UND Maske = Zielnetz?).
  2. Von den passenden Zeilen die mit dem längsten Präfix wählen.
  3. Paket über die Schnittstelle dieser Zeile an das Gateway senden.

Statisches vs. dynamisches Routing ​

KriteriumStatisches RoutingDynamisches Routing
DefinitionRouten werden von Hand eingetragenRouten werden automatisch über Routingprotokolle berechnet
Wartunghochgering
Skalierbarkeitgeringhoch
Reaktion auf Ausfällekeine automatische Anpassungfindet selbstständig neue Wege
Ressourcenbedarfsehr geringhöher (Rechenleistung, Bandbreite)
Fehleranfälligkeithoch (Tippfehler)geringer
typisch fürkleine, stabile Netzegroße Netze, das Internet

Aufgabe mit Filius ​

  1. Baue zwei Netzwerke, die über einen Vermittlungsrechner verbunden sind. Alle Rechner aus Netz A sollen einen Webserver in Netz B erreichen.
  2. Erweitere um einen zweiten und dritten Vermittlungsrechner mit einem dritten Netz. Lässt sich deine Konfiguration so erweitern?

Hilfe: beuche.info